MeshCore Companion-Nodes: Fertig kaufen oder selbst bauen?
Wer sich mit MeshCore beschäftigt, stößt schnell auf die Begriffe Node und Companion. Dahinter stecken kleine Funkgeräte, mit denen sich Textnachrichten auch ohne Mobilfunknetz oder Internetverbindung übertragen lassen. Die Geräte gibt es in ganz unterschiedlichen Ausführungen: als fertige Begleiter für die Hosentasche, als kleine Entwicklungsplatinen oder als selbst gebaute Nodes mit einem Gehäuse aus dem 3D-Drucker.
Gerade für den Einstieg ist das interessant, denn man braucht weder eine große Funkstation noch eine komplizierte technische Ausstattung. Ein passender Companion und ein Smartphone genügen bereits, um sich mit anderen erreichbaren MeshCore-Teilnehmern auszutauschen. Wer gerne selbst baut, kann sein eigenes Gerät außerdem weitgehend nach den persönlichen Vorstellungen zusammenstellen.
Was ist eigentlich ein MeshCore-Node?
Der Begriff Node bezeichnet zunächst einen Teilnehmer innerhalb eines MeshCore-Netzes. Dabei muss man zwischen den verschiedenen Aufgaben unterscheiden, denn nicht jeder Node macht dasselbe. Es gibt unter anderem Companions, Repeater und Room Server. Während Repeater geeignete Nachrichten weiterleiten und damit die Reichweite eines Netzes vergrößern können, sind Companions hauptsächlich für die persönliche Kommunikation gedacht.
Ein Companion ist also das eigentliche Funkgerät des Nutzers. Bei der üblichen Variante verbindet es sich über Bluetooth mit einem Smartphone, auf dem die MeshCore-App installiert ist. Nachrichten werden bequem auf dem Smartphone geschrieben und gelesen, während der Companion die Übertragung per LoRa-Funk übernimmt. Die eigentliche Funkverbindung funktioniert unabhängig von einer SIM-Karte, einem Mobilfunkvertrag oder einem Internetanschluss.
Im Gegensatz zu einem Repeater leitet ein gewöhnlicher Companion die Nachrichten anderer Teilnehmer nicht automatisch weiter. Diese Trennung gehört zum grundlegenden Funktionsprinzip von MeshCore und sorgt dafür, dass nicht jedes Gerät unnötig zusätzlichen Funkverkehr verursacht.
Was kann man mit einem Companion machen?
Die wichtigste Funktion ist natürlich das Senden und Empfangen von Textnachrichten. Dabei kann man entweder direkt mit einzelnen Kontakten kommunizieren oder Nachrichten über gemeinsame Kanäle austauschen. Für die direkte Kommunikation verwendet MeshCore öffentliche Schlüssel zur Identifizierung der Teilnehmer und kann geeignete Wege über vorhandene Repeater nutzen.
Daneben gibt es öffentliche und private Kanäle. Der allgemeine öffentliche Kanal eignet sich beispielsweise dazu, andere Teilnehmer in der Umgebung zu erreichen. Private Kanäle ermöglichen dagegen die Kommunikation innerhalb einer selbst festgelegten Gruppe, etwa mit Familie, Freunden oder Nachbarn. Voraussetzung ist, dass die beteiligten Personen denselben geheimen Kanalschlüssel besitzen. Öffentlich bekannte oder lediglich aus einem erratbaren Namen abgeleitete Kanalschlüssel bieten hingegen keine vertrauliche Kommunikation.
Auch unterwegs lässt sich ein Companion verwenden. Er kann am Rucksack befestigt, in einer Tasche getragen oder beispielsweise beim Wandern mitgenommen werden. Wie weit die Nachrichten tatsächlich gelangen, hängt allerdings stark von der Umgebung ab. Gebäude, Gelände, Vegetation, Antenne und die vorhandenen MeshCore-Repeater beeinflussen die Erreichbarkeit erheblich.
Welche Arten von Companion-Nodes gibt es?
Mittlerweile gibt es verschiedene Geräteklassen, die sich in Größe, Ausstattung und Aufbau unterscheiden. Manche Modelle sind bereits vollständig montiert und besitzen einen integrierten Akku. Andere sind Entwicklungsplatinen, für die man die Stromversorgung und das Gehäuse selbst ergänzen muss. Darüber hinaus existieren eigenständige Geräte mit Display und Tastatur, die ohne Smartphone bedient werden können.
Fertige Nodes für einen einfachen Einstieg
Wer möglichst unkompliziert mit MeshCore beginnen möchte, kann auf einen fertig aufgebauten Node zurückgreifen. Beispiele sind der SenseCAP T1000-E von Seeed Studio, Geräte aus der WisMesh-Familie von RAKwireless oder andere ausdrücklich unterstützte LoRa-Geräte. Je nach Modell unterscheiden sich Ausstattung, Antenne, Akku und Bedienmöglichkeiten deutlich.
Ein Vorteil solcher Geräte ist, dass man sich nicht selbst um den mechanischen Aufbau kümmern muss. Akku, Gehäuse und Elektronik sind bei vollständig ausgestatteten Modellen bereits aufeinander abgestimmt. Allerdings bedeutet ein fertig gekauftes LoRa-Gerät nicht automatisch, dass MeshCore bereits installiert ist. Manche Produkte werden mit anderer Firmware ausgeliefert und müssen zunächst entsprechend geflasht werden.
Vor dem Kauf sollte deshalb immer geprüft werden, ob die genaue Hardwareversion im offiziellen MeshCore-Flasher aufgeführt ist und die benötigte Companion-Firmware unterstützt wird.
Entwicklungsplatinen von Heltec, Seeed und anderen Herstellern
Eine weitere Möglichkeit sind kompakte Entwicklungsboards, bei denen Mikrocontroller und LoRa-Funkchip bereits auf einer Platine untergebracht sind. Bekannte Beispiele sind unterstützte Modelle der Heltec-WiFi-LoRa-32-Reihe oder Seeed Xiao Nrf. Je nach Board sind bereits ein Display, Bedientaster und ein USB-Anschluss vorhanden.
Solche Platinen eignen sich gut für erste Versuche, weil keine vollständige eigene Funkhardware entwickelt werden muss. Mit der passenden Firmware können sie als Companion verwendet werden. Für einen mobilen Einsatz benötigt man allerdings häufig noch einen geeigneten Akku und ein Gehäuse, damit die Elektronik vor Beschädigungen geschützt ist.
Stromsparende Nodes mit nRF52
Für kompakte Eigenbauten sind besonders Platinen mit einem Mikrocontroller aus der Nordic-nRF52-Familie interessant. Dazu gehört beispielsweise das RAK4631-Modul aus dem WisBlock-System von RAKwireless. Zusammen mit einer passenden Basisplatine bildet es die Grundlage für einen MeshCore-Node.
Eine andere Möglichkeit ist der Seeed Studio XIAO nRF52840 in Kombination mit dem Wio-SX1262-LoRa-Modul. Der Mikrocontroller übernimmt die Verarbeitung und die Bluetooth-Verbindung, während das SX1262-Modul die LoRa-Funkübertragung ermöglicht. Durch die kleinen Abmessungen sind solche Kombinationen für selbst gestaltete, tragbare Geräte interessant.
Die nRF52-Plattform ist grundsätzlich auf einen sparsamen Betrieb ausgelegt. Wie lange ein fertiger Node tatsächlich mit einem Akku betrieben werden kann, hängt jedoch vom gesamten Aufbau ab. Neben dem Mikrocontroller verbrauchen auch Funkmodul, Spannungsregler, Displays und weitere Komponenten Energie. Eine pauschale Akkulaufzeit lässt sich deshalb nicht seriös angeben.
MeshCore auch ohne Smartphone nutzen?
Nicht jedes MeshCore-Gerät benötigt für die Bedienung ein Smartphone. Es gibt eigenständige Modelle mit Display und Eingabemöglichkeiten, beispielsweise aus der LilyGO-T-Deck- und T-Pager-Familie. Mit einer dafür geeigneten MeshCore-Firmware können Nachrichten direkt am Gerät geschrieben und gelesen werden.
Solche Geräte erinnern eher an kleine Handheld-Computer oder Messenger. Sie bieten eine andere Bedienform als ein gewöhnlicher Bluetooth-Companion und können besonders dann interessant sein, wenn man möglichst unabhängig vom Smartphone bleiben möchte.
Allerdings gilt auch hier, dass die genaue Geräteversion und die installierte Firmware entscheidend sind. Ein vorhandenes Display oder eine Tastatur bedeutet nicht automatisch, dass jede MeshCore-Funktion ohne zusätzliches Smartphone genutzt werden kann.
Einen eigenen MeshCore-Node bauen
Besonders interessant wird MeshCore für alle, die gerne mit Elektronik arbeiten. Ein eigener Node muss keineswegs aus einer vollständig selbst entwickelten Platine bestehen. Häufig reicht es aus, bereits vorhandene Module miteinander zu kombinieren und daraus ein Gerät mit passendem Gehäuse und eigener Stromversorgung aufzubauen.
Ein typischer Eigenbau besteht aus einer unterstützten Mikrocontroller- und LoRa-Kombination, einer passenden Antenne, einer Stromversorgung und einem Gehäuse. Bei einem tragbaren Gerät kommt meistens ein Akku hinzu. Je nach verwendeter Platine sind Ladeelektronik und weitere Funktionen bereits vorhanden oder müssen durch geeignete Komponenten ergänzt werden.
Gerade modulare Systeme wie WisBlock oder die XIAO-Plattform bieten dafür unterschiedliche Möglichkeiten. Sie lassen sich mit passenden Trägerplatinen beziehungsweise Erweiterungsmodulen kombinieren. Dabei ist allerdings wichtig, dass die einzelnen Komponenten elektrisch zueinander passen und die exakte Kombination von der verwendeten MeshCore-Firmware unterstützt wird.
Ein Mikrocontroller mit Bluetooth und ein beliebiges SX1262-Modul ergeben nicht automatisch einen funktionsfähigen MeshCore-Companion. Entscheidend sind unter anderem die korrekte Verbindung der Funkhardware, die vorgesehene Antennenanbindung und die passende Firmware-Konfiguration.
Das eigene Gehäuse aus dem 3D-Drucker
Ein großer Teil der Gestaltungsmöglichkeiten entsteht beim Gehäuse. Da viele Entwicklungsplatinen nur wenige Zentimeter groß sind, lassen sich kompakte Geräte bauen, die problemlos in eine Jackentasche passen oder am Rucksack befestigt werden können.
Mit einem 3D-Drucker kann man ein Gehäuse genau an die verwendete Platine, den Akku und die Antenne anpassen. Dabei sind ganz unterschiedliche Bauformen möglich: vom schlichten kleinen Kunststoffgehäuse bis zu aufwendigeren Entwürfen mit Displayausschnitt, Tastern oder einer Halterung für den mobilen Einsatz.
Man muss nicht einmal zwingend selbst konstruieren. Für einige Entwicklungsplatinen und LoRa-Bausätze gibt es bereits fertige 3D-Modelle, die von Herstellern oder anderen Entwicklern bereitgestellt werden. Seeed Studio dokumentiert beispielsweise Gehäuse und entsprechende Konstruktionsdateien für bestimmte XIAO- und Wio-SX1262-Kombinationen.
Wer selbst ein Gehäuse entwirft, sollte auf genügend Platz für die Anschlüsse und auf eine sichere Befestigung der Elektronik achten. Auch der Akku benötigt einen geschützten Platz. Ein direkt an der Platine angeschlossenes Antennenkabel darf nicht mechanisch belastet werden, und ein USB-Anschluss sollte für spätere Firmwareupdates erreichbar bleiben.
Ein selbst gedrucktes Gehäuse muss dabei nicht kompliziert sein. Schon ein zweiteiliges Gehäuse mit einer einfachen Befestigung für Platine und Akku kann aus einem offenen Elektronikaufbau einen alltagstauglichen Node machen. Für den Einsatz im Freien müssen zusätzlich die Witterungsbeständigkeit und die Abdichtung berücksichtigt werden, denn ein gewöhnlicher 3D-Druck ist nicht automatisch wasserdicht.
Akku, Antenne und weitere Komponenten
Neben der eigentlichen Platine sind vor allem Akku und Antenne für einen mobilen Node wichtig. Je nach Gerät kommen unterschiedliche Akkutypen und Kapazitäten infrage. Bei Lithium-Akkus muss die verwendete Ladeelektronik zur Zellchemie und zum Aufbau passen. Auch Kurzschlussschutz, zulässige Spannungen und das Temperaturverhalten müssen berücksichtigt werden.
Besonders wichtig ist die Dokumentation der Platine. Nicht jeder USB-C-Anschluss besitzt eine Ladefunktion, und nicht jeder Batterieanschluss darf mit einer beliebigen Spannungsquelle versorgt werden. Wer einen Node selbst baut, sollte deshalb vor dem elektrischen Anschluss die Schaltpläne und technischen Angaben des Herstellers prüfen.
Bei der Antenne ist die richtige Ausführung ebenso entscheidend. Für den Betrieb in Deutschland wird geeignete Funkhardware für den vorgesehenen Frequenzbereich benötigt. Auch der Anschluss muss stimmen, da sich beispielsweise SMA, RP-SMA und kleine Platinenstecker unterscheiden. Eine längere oder vermeintlich leistungsstärkere Antenne ist nicht automatisch die bessere Wahl.
Die verwendete Funkhardware und ihre Einstellungen müssen außerdem die geltenden Vorschriften der Bundesnetzagentur einhalten. Dazu gehören insbesondere die zulässige abgestrahlte Leistung und die Nutzungsbedingungen des jeweiligen Frequenzbereichs.
Wie kommt MeshCore auf den Node?
Auf einem geeigneten Gerät muss die passende MeshCore-Firmware installiert sein. Dafür stellt das MeshCore-Projekt einen offiziellen Web-Flasher bereit, über den unterstützte Boards und die jeweils verfügbaren Firmwarevarianten ausgewählt werden können.
Bei einem klassischen Companion mit Smartphone-Anbindung wird normalerweise die Bluetooth-Companion-Firmware verwendet. Für andere Einsatzmöglichkeiten gibt es auch serielle Companion-Firmware, beispielsweise für die Verbindung mit einem Computer. Der eigentliche Flash-Vorgang unterscheidet sich je nach Mikrocontroller, Bootloader und Hardwaremodell.
Nach der Installation wird das Gerät mit der passenden MeshCore-Anwendung verbunden. Damit anschließend Nachrichten mit anderen Teilnehmern ausgetauscht werden können, müssen die Funkparameter zueinander passen. Dazu gehören Frequenz, Bandbreite, Spreading Factor und Coding Rate. Ein Node mit abweichenden Einstellungen kann unter Umständen keine Nachrichten aus einem vorhandenen MeshCore-Netz empfangen.
Wer eine Platine kauft, auf der bereits Meshtastic installiert ist, kann sie daher nicht ohne Weiteres als MeshCore-Gerät verwenden. Beide Systeme nutzen zwar LoRa-Hardware, verwenden aber unterschiedliche Firmware und Kommunikationsprotokolle.
Was kostet ein selbst gebauter Companion?
Ob der Selbstbau günstiger ist als ein fertiges Gerät, lässt sich nicht pauschal beantworten. Bei einem einfachen Aufbau mit vorhandenen Komponenten können die Kosten überschaubar bleiben. Müssen dagegen sämtliche Teile neu gekauft werden, kommen neben der Platine auch Akku, Antenne, Steckverbinder, Gehäusematerial und gegebenenfalls Werkzeug hinzu.
Der wesentliche Vorteil des Eigenbaus liegt deshalb nicht ausschließlich beim Preis. Man kann sich die Hardware selbst zusammenstellen, ein Gehäuse nach eigenen Vorstellungen gestalten und bei Bedarf einzelne Komponenten austauschen. Außerdem lernt man dabei den Aufbau und die Funktionsweise eines MeshCore-Nodes deutlich besser kennen.
Wer dagegen vor allem Nachrichten austauschen möchte und sich nicht mit Elektronik beschäftigen will, ist mit einem fertigen Companion häufig besser bedient.
Welcher Node eignet sich für den Einstieg?
Für den Anfang muss es kein besonders aufwendiges Gerät sein. Ein offiziell unterstützter Bluetooth-Companion mit passender Antenne und zuverlässiger Stromversorgung reicht aus, um MeshCore kennenzulernen. Zusammen mit einem Smartphone und der entsprechenden App lassen sich damit Kontakte entdecken, Nachrichten austauschen und erste Erfahrungen mit den Funkverbindungen sammeln.
Wer bereits gerne bastelt oder einen 3D-Drucker besitzt, kann stattdessen mit einer unterstützten Entwicklungsplatine beginnen und daraus Schritt für Schritt ein eigenes tragbares Gerät machen. Dafür eignen sich insbesondere gut dokumentierte Hardwarekombinationen, bei denen die Firmwareunterstützung bereits feststeht.
Sind in der Umgebung noch keine anderen MeshCore-Teilnehmer erreichbar, bieten zwei Companions eine gute Möglichkeit für eigene Versuche. So lässt sich die Kommunikation zwischen zwei Personen testen, ohne zunächst einen Repeater oder ein größeres Netz aufbauen zu müssen.
Fazit: Vom fertigen Gerät zum eigenen Node
MeshCore bietet zahlreiche Möglichkeiten für unterschiedliche Interessen und technische Vorkenntnisse. Wer einfach nur kommunizieren möchte, findet dafür fertige Companion-Nodes. Wer sich intensiver mit der Technik beschäftigen möchte, kann auf Entwicklungsplatinen, modulare Systeme und individuell gestaltete 3D-Druck-Gehäuse zurückgreifen.
Dabei muss der Selbstbau keineswegs kompliziert beginnen. Schon eine kleine, offiziell unterstützte Platine mit geeigneter Antenne, Akku und selbst gedrucktem Gehäuse kann die Grundlage für einen persönlichen MeshCore-Companion bilden.
Ob fertig gekauft oder selbst gebaut: Entscheidend ist letztlich, dass die Hardware zuverlässig funktioniert und die Verbindung zu anderen Teilnehmern hergestellt werden kann. Genau damit beginnt MeshCore – mit Menschen, die miteinander kommunizieren und vor Ort nach und nach eigene Funkverbindungen aufbauen.
Stand: Oktober 2026. Die Unterstützung einzelner Geräte und Firmwarevarianten kann sich mit neuen MeshCore-Versionen ändern.





