MeshCore: Regionen und Scopes verstehen – von den Grundlagen bis zur Repeater-Konfiguration

Wer einen MeshCore-Repeater betreibt oder sich mit der Weiterleitung von Nachrichten beschäftigt, begegnet früher oder später Begriffen wie Region, Scope, Flood und Hops. In den Einstellungen erscheinen Kürzel wie de, de-he, de-mitte oder ein einzelner Stern *. Manche Repeater-Betreiber empfehlen bestimmte Einträge, während andere ausdrücklich davor warnen, zu große Regionen freizugeben. Gerade für Einsteiger ist kaum nachvollziehbar, welche Einstellung tatsächlich sinnvoll ist.

Auch in Hessen stellt sich diese Frage. Ein Repeater in Mittelhessen soll Nachrichten aus seiner Umgebung weiterleiten, gleichzeitig aber möglicherweise auch Verbindungen nach Nordhessen, ins Rhein-Main-Gebiet oder in benachbarte Bundesländer ermöglichen. Wie lässt sich das erreichen, ohne unnötig viel Funkverkehr zu erzeugen? Und was passiert eigentlich, wenn auf einem Repeater nur de-he eingetragen ist?

In diesem Beitrag erklären wir zunächst die grundlegenden Zusammenhänge und beschäftigen uns anschließend mit der praktischen Konfiguration. Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, eine endgültige Regionsstruktur für Hessen vorzuschreiben. MeshCore entwickelt sich weiter, und auch innerhalb der deutschen Community werden unterschiedliche Konzepte diskutiert. Umso wichtiger ist es, zunächst zu verstehen, was die einzelnen Einstellungen bewirken.

1. Warum braucht MeshCore überhaupt Regionen?

MeshCore ermöglicht die Übertragung kurzer Textnachrichten über LoRa-Funkgeräte. Befinden sich Sender und Empfänger nicht direkt in Funkreichweite, können geeignete Repeater dazwischen die Nachrichten weiterleiten. Auf diese Weise entstehen Verbindungen, die mit einem einzelnen Gerät möglicherweise nicht erreichbar wären.

Eine Möglichkeit, Nachrichten im Netz zu verteilen, wird Flooding genannt. Dabei wird ein Paket ausgesendet und von geeigneten Repeatern weitergeleitet. Andere Repeater können es ebenfalls empfangen und erneut übertragen. Dadurch lässt sich eine Nachricht verbreiten, ohne dass dem Sender bereits ein bestimmter Übertragungsweg zum Ziel bekannt sein muss.

Bei einem kleinen Netz mit wenigen Stationen ist dieses Verfahren zunächst recht übersichtlich. Wächst das Netz jedoch, steigt auch die Zahl der möglichen Weiterleitungen. Eine Nachricht aus Gießen könnte über mehrere Repeater nach Frankfurt, Kassel oder sogar noch weiter transportiert werden, obwohl sie ausschließlich für Teilnehmer in Mittelhessen gedacht war.

Jede Weiterleitung benötigt Sendezeit und belegt den gemeinsam genutzten Funkkanal. Werden immer mehr Pakete übertragen, steigt die Funkbelastung. Gleichzeitig können Kollisionen entstehen, wenn mehrere Stationen zur gleichen Zeit senden. Die Folge können verzögerte oder nicht erfolgreich übertragene Nachrichten sein.

Genau hier setzen Regionen und Scopes an. Sie sollen dafür sorgen, dass nicht jede Flood-Nachricht automatisch durch sämtliche erreichbaren Teile eines Funknetzes verteilt wird.

2. Was ist eine Region, und was ist ein Scope?

Die Begriffe gehören unmittelbar zusammen, haben aber unterschiedliche Aufgaben. Eine Region ist eine Einstellung auf dem Repeater. Sie beschreibt, für welche benannten Gebiete der Repeater Flood-Nachrichten weiterleiten darf. Ein Scope ist dagegen die Regionszuordnung, die beim Senden einer Nachricht festgelegt wird.

Ein Beispiel macht das verständlicher: Ein Nutzer in Gießen schreibt eine Nachricht, die für Teilnehmer in Hessen bestimmt ist. Als Scope verwendet er de-he. Ein empfangender Repeater prüft nun, ob er Flood-Nachrichten für diese Region weiterleiten darf. Ist de-he vorhanden und erlaubt, kann er die Nachricht weiterleiten. Fehlt diese Freigabe, wird sie von diesem Repeater nicht als entsprechender Regions-Flood weitergetragen.

Man kann sich den Scope vereinfacht wie eine Zielgebietsangabe vorstellen. Technisch wird allerdings nicht der lesbare Regionsname als einfacher Text im Funkpaket übertragen. MeshCore arbeitet mit sogenannten Transport Codes, die anhand der Regionsschlüssel und des jeweiligen Pakets berechnet werden. Der Repeater überprüft damit, ob das Paket zu einer seiner freigegebenen Regionen passt.

Die geografische Bedeutung entsteht also durch die gemeinsame Verwendung des Regionsnamens, nicht durch eine automatische Standortprüfung. Ein Repeater in Niedersachsen könnte technisch auch de-he freigeben und entsprechende Nachrichten weiterleiten. Ob das sinnvoll ist, hängt von seiner Position und seiner Funktion innerhalb des Funknetzes ab.

3. Welche Regionen gibt es in Deutschland?

Für Deutschland werden häufig Kürzel verwendet, die sich an den Bundesländern orientieren. Darüber hinaus existieren größere Regionsbezeichnungen und regionale Namen, die von den jeweiligen Communities verwendet werden.

Region Bedeutung
* Pakete ohne Regionszuordnung
de Deutschland
de-he Hessen
de-nw Nordrhein-Westfalen
de-ni Niedersachsen
de-th Thüringen
de-rp Rheinland-Pfalz
de-by Bayern
de-bw Baden-Württemberg
de-mitte Überregionale Bezeichnung für Mitteldeutschland

Während die Bundeslandkürzel eine relativ eindeutige geografische Bedeutung besitzen, ist das bei überregionalen Bezeichnungen wie de-mitte schwieriger. Welche Gebiete damit tatsächlich versorgt werden sollen und welche Repeater diesen Scope unterstützen, hängt von der Abstimmung zwischen den Betreibern ab.

Daneben können auch Regionen entstehen, die mehrere Bundesländer umfassen. Ein Beispiel dafür ist das Rhein-Main-Gebiet, das nicht vollständig innerhalb Hessens liegt. Ein gemeinsam vereinbarter Scope kann dort sinnvoller sein als eine rein administrative Trennung entlang der Landesgrenzen.

Für Hessen könnten später weitere kleinere Regionen entstehen, beispielsweise für Mittelhessen, Nordhessen oder einzelne zusammenhängende Funkgebiete. Das setzt allerdings voraus, dass sich die beteiligten Repeater-Betreiber auf geeignete Namen und eine gemeinsame Verwendung einigen. Es reicht nicht aus, auf einem einzelnen Repeater einen neuen Namen einzutragen und davon auszugehen, dass andere Stationen diesen automatisch kennen.

4. Warum ist die Größe einer Region wichtig?

Grundsätzlich gilt: Eine Region sollte so klein wie möglich, aber so groß wie nötig gewählt werden. Eine Nachricht an Teilnehmer in einer bestimmten Stadt benötigt normalerweise keine deutschlandweite Weiterleitung. Eine Nachricht, die tatsächlich über mehrere Bundesländer hinweg verbreitet werden soll, benötigt dagegen einen entsprechend größeren gemeinsamen Scope.

Dabei muss zwischen den Anforderungen des Absenders und denen des Repeaters unterschieden werden. Ein Repeater kann mehrere Regionen unterstützen, während eine einzelne gesendete Kanalnachricht normalerweise mit einem ausgewählten Scope versehen wird.

Nehmen wir als Beispiel einen Repeater in Mittelhessen. Er könnte sowohl de-he als auch einen zusätzlich abgestimmten regionalen Scope unterstützen. Nutzer könnten dann entscheiden, ob ihre Nachricht für ganz Hessen oder nur für ein kleineres Gebiet gedacht ist. Voraussetzung dafür ist, dass die beteiligten Stationen diese Regionen ebenfalls kennen.

Eine deutschlandweite Region wie de hat den Vorteil, dass sich Nachrichten bei entsprechender Netzstruktur über größere Entfernungen verbreiten können. Gleichzeitig bedeutet das aber auch, dass viele Repeater an der Weiterleitung beteiligt sein können. Das verursacht möglicherweise unnötigen Funkverkehr, wenn es sich lediglich um lokale Unterhaltungen handelt.

Deshalb wird innerhalb verschiedener deutscher Communities diskutiert, ob besonders große Scopes auf allen Repeatern erlaubt bleiben sollten. Eine allgemeingültige Lösung gibt es nicht, denn die Netzdichte, vorhandene Verbindungen und örtlichen Anforderungen unterscheiden sich erheblich.

Für Hessen sollte deshalb zunächst nachvollziehbar sein, welche Regionen tatsächlich verwendet werden und welche Verbindungen dadurch entstehen. Erst auf dieser Grundlage lässt sich beurteilen, ob größere oder kleinere Scopes benötigt werden.

5. Sind de, de-he und de-mitte miteinander verbunden?

An dieser Stelle entsteht besonders häufig ein Missverständnis. Die Regionsnamen sehen so aus, als würden sie eine geografische Hierarchie bilden. Deutschland umfasst Hessen, und Hessen gehört möglicherweise zu einer größeren Region namens Mitteldeutschland. Daraus könnte man schließen, dass ein Repeater mit de automatisch auch de-he weiterleitet.

Genau das ist jedoch nicht der Fall.

MeshCore verwendet beim Weiterleiten einen exakten Abgleich der Regionszuordnung. Ein Repeater, auf dem ausschließlich de freigegeben ist, erlaubt dadurch nicht automatisch Nachrichten mit dem Scope de-he. Umgekehrt führt eine Freigabe von de-he nicht dazu, dass auch de oder de-mitte automatisch unterstützt werden.

In der Repeater-Konfiguration lassen sich zwar Eltern- und Kindregionen festlegen. Man könnte beispielsweise de-he unter de anordnen. Diese gespeicherte Struktur dient der Organisation der Regionsliste, ersetzt aber nicht die jeweilige Flood-Freigabe. Der Name einer übergeordneten Region bewirkt keine automatische Weiterleitung aller darunterliegenden Namensvarianten.

Das bedeutet für die praktische Einrichtung: Ein Repeater kann mehrere passende Regionen enthalten. Welche er tatsächlich weiterleitet, wird anhand der einzelnen Regionsfreigaben entschieden.

6. Was bedeutet der Stern *?

In der Regionsverwaltung steht normalerweise ein Eintrag mit dem Namen *. Dieser wird häufig fälschlicherweise als allgemeiner Platzhalter für sämtliche Regionen verstanden. Tatsächlich bezeichnet er in MeshCore die sogenannte Null-Region, also Pakete ohne gesetzten Scope.

Steht bei diesem Eintrag Flood erlaubt, kann der Repeater ungescopte Flood-Pakete weiterleiten. Steht dort Flood ablehnen, verweigert er die entsprechende Weiterleitung. Diese Entscheidung betrifft nicht automatisch Nachrichten mit den benannten Scopes de-he, de-th oder de.

Das ist besonders wichtig, weil nicht jeder Teilnehmer seine Geräte und Kanäle bereits mit einem Scope konfiguriert hat. Zudem werden je nach Firmware und Geräteeinstellungen auch andere Flood-Pakete ohne Scope versendet, beispielsweise bei der Suche nach unbekannten Übertragungswegen.

Wird die Null-Region vollständig gesperrt, kann dies deshalb Auswirkungen haben, die über gewöhnliche öffentliche Kanalnachrichten hinausgehen. Aus diesem Grund sollte * nicht unüberlegt deaktiviert werden.

Eine Alternative besteht darin, ungescopte Nachrichten weiterhin zu erlauben, ihre Weiterleitung aber über eine Hop-Begrenzung einzuschränken. Wie das funktioniert, sehen wir später in der praktischen Anleitung.

7. Was bedeutet Flood erlauben oder Flood ablehnen?

Die Regionsverwaltung besitzt für jeden Eintrag eine Flood-Berechtigung. Damit lässt sich festlegen, ob der Repeater entsprechende Flood-Pakete weiterleiten darf. Die beiden Einstellungen sind zunächst einfach zu verstehen.

Flood erlauben bedeutet, dass passende Pakete grundsätzlich weitergeleitet werden dürfen. Ob eine Weiterleitung tatsächlich erfolgt, hängt zusätzlich von weiteren Bedingungen wie der Hop-Grenze, der Paketverarbeitung und der Funkverbindung ab.

Flood ablehnen bedeutet, dass der Repeater die Weiterleitung für diese Region verweigert. Das betrifft den entsprechenden Flood-Verkehr, nicht automatisch die gesamte Kommunikation des Geräts. Insbesondere bereits bekannte direkte Übertragungswege können anders behandelt werden.

Wenn beispielsweise de-he erlaubt und de abgelehnt ist, können hessische Flood-Nachrichten weiterhin über diesen Repeater laufen. Pakete mit dem Scope de werden dagegen nicht als deutschlandweiter Regions-Flood weitergeleitet.

Wichtig ist außerdem, dass eine Regionsfreigabe nicht bestimmt, welche Nachrichten ein normaler Companion-Nutzer lesen darf. Der Scope beeinflusst die Verbreitung einer ausgehenden Nachricht. Er ist keine zusätzliche Verschlüsselung und keine Zugriffsbeschränkung für den verwendeten Kanal.

8. Was sind Hops, und warum sollte man sie begrenzen?

Ein Hop beschreibt einen Weiterleitungsschritt im Funknetz. Sendet ein Companion eine Nachricht, die von einem Repeater aufgenommen und anschließend weitergeleitet wird, zählt diese Weiterleitung zum Übertragungsweg. Kommen weitere Repeater hinzu, erhöht sich die Hop-Anzahl entsprechend.

Ein vereinfachter Übertragungsweg könnte so aussehen:

Companion Gießen → Repeater A → Repeater B → Repeater C → Companion Kassel

Eine größere Hop-Anzahl kann helfen, entfernte Gebiete zu erreichen. Gleichzeitig bedeutet jeder zusätzliche Weiterleitungsschritt aber auch einen weiteren Sendevorgang. Deshalb ist eine möglichst hohe Hop-Grenze nicht automatisch die beste Einstellung.

MeshCore besitzt dafür verschiedene Parameter. flood.max begrenzt die Hop-Anzahl für Flood-Pakete allgemein. flood.max.advert betrifft die entsprechenden Bekanntmachungspakete, während flood.max.unscoped speziell für Flood-Pakete ohne Scope verwendet wird.

Gerade der letzte Parameter ist interessant, wenn ungescopte Nachrichten nicht vollständig gesperrt werden sollen. Die offizielle MeshCore-Dokumentation nennt den Wert 3 als Beispiel, um solche Pakete nur über eine begrenzte Anzahl von Weiterleitungen zuzulassen.

Eine solche Einstellung kann unnötig weit verbreiteten ungescopten Verkehr reduzieren. Allerdings sollte man berücksichtigen, dass die Hop-Zahl bereits im Paket mitgeführt wird. Sie beginnt nicht an jedem Repeater erneut bei null. Eine Nachricht, die schon mehrere Weiterleitungen hinter sich hat, kann deshalb an einem entsprechend konfigurierten Repeater gestoppt werden.

Der geeignete Wert hängt von der Funktion der Station und vom vorhandenen Netz ab. Für einen örtlichen Repeater kann eine kleinere Grenze sinnvoll sein, während wichtige Verbindungsstandorte möglicherweise andere Anforderungen haben.

9. Wie kann MeshCore über Hessen hinaus funktionieren?

Hessen grenzt an Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Thüringen, Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Ein funktionierendes Funknetz sollte deshalb nicht grundsätzlich an den Landesgrenzen enden. Ob Nachrichten tatsächlich überregional übertragen werden können, hängt allerdings von mehr Faktoren ab als nur vom Regionsnamen.

Nehmen wir an, ein Nutzer in Mittelhessen möchte eine öffentliche Kanalnachricht nach Thüringen senden. Wählt er de-he als Scope, können nur Repeater weiterleiten, die diesen Scope unterstützen. Befindet sich auf dem weiteren Weg ein Repeater, der ausschließlich de-th freigegeben hat, kann die Nachricht dort nicht einfach weiterlaufen.

Man könnte nun beide Scopes auf dem Grenzrepeater hinterlegen. Dadurch darf dieser zwar Nachrichten beider Regionen weiterleiten, er übersetzt aber keine Nachrichten von de-he nach de-th. Die Kennzeichnung der ursprünglichen Nachricht bleibt erhalten.

Für einen durchgehenden überregionalen Flood benötigt man daher einen gemeinsamen Scope, den die erforderlichen Repeater entlang des Übertragungswegs unterstützen. Alternativ können bereits bekannte Direktverbindungen genutzt werden, bei denen MeshCore nicht dieselbe breite Flood-Verteilung verwendet.

Flood-Routing und Direct-Routing sind nicht dasselbe

Bei einem Flood wird eine Nachricht über geeignete Stationen verteilt. Dieses Verfahren ist unter anderem für Kanalnachrichten und für bestimmte Vorgänge beim Finden eines Übertragungswegs relevant. Dabei können Regionen die Weiterleitung gezielt begrenzen.

Bei einer direkten Nachricht kann MeshCore dagegen einen bereits bekannten Weg über bestimmte Repeater nutzen. Ein solcher Übertragungsweg muss nicht jedes Mal neu durch eine großflächige Flood-Verteilung gesucht werden. Die Regionsfilterung betrifft deshalb nicht jeden Teil der direkten Kommunikation auf dieselbe Weise.

Ist noch kein geeigneter Weg bekannt, können allerdings erneut Flood-Pakete benötigt werden. Deshalb beeinflussen Regions- und Default-Scope-Einstellungen unter Umständen auch die Erreichbarkeit bei Direktnachrichten.

Für die Planung in Hessen bedeutet das: Nicht jeder Repeater muss sämtliche Regionen Deutschlands weiterleiten, damit überregionale Kommunikation grundsätzlich möglich ist. Entscheidend ist, welche Verbindungen tatsächlich vorhanden sind und wie der jeweilige Kommunikationsweg aufgebaut wird.

10. Den Scope in der MeshCore-App einstellen

Auch normale Teilnehmer können Scopes verwenden, ohne selbst einen Repeater zu betreiben. In der MeshCore-App lässt sich bei unterstützten Versionen für jeden Gruppenkanal eine Region auswählen. Dafür wird der gewünschte Kanal geöffnet und über dessen Menü die Funktion Set Region Scope aufgerufen.

Anschließend kann beispielsweise de-he ausgewählt werden. Die App unterstützt außerdem das Entdecken von Regionen, die von geeigneten Repeatern in der Umgebung angeboten werden. Dadurch müssen Nutzer nicht sämtliche Regionsnamen selbst kennen.

Wichtig ist, dass die Scope-Einstellung für das Senden gilt. Wer eine Nachricht mit de-he verschickt, begrenzt deren Flood-Verteilung auf passende Repeater. Beim Empfangen ist er nicht grundsätzlich auf Nachrichten mit diesem Scope beschränkt.

Auch der Kanalname selbst bestimmt nicht automatisch den Scope. Ein Kanal namens #hessen-test besitzt nicht allein wegen seines Namens die Regionszuordnung de-he. Kanal und Scope müssen getrennt betrachtet werden.

Was ist der Default Scope beim Companion?

Neben den einzelnen Kanal-Scopes unterstützen neuere MeshCore-Versionen einen sogenannten Default Scope. Dieser legt fest, welche Region das Gerät standardmäßig für eigene ausgehende Flood-Pakete verwenden soll, wenn kein spezieller Scope vorgegeben wurde.

Beim Companion kann das unter anderem die eigenen Bekanntmachungen sowie die Suche nach einem unbekannten Übertragungsweg für Direktnachrichten betreffen. Ein ausdrücklich ausgewählter Kanal-Scope hat Vorrang vor dieser Standardeinstellung.

Der Default Scope sollte deshalb nicht blindlings auf eine möglichst kleine Region beschränkt werden. Wird beispielsweise ein weit entfernter Kontakt gesucht, muss die verwendete Region die beteiligten Stationen des benötigten Übertragungswegs erreichen können. Andernfalls kann die Verbindung bereits bei der Suche scheitern.


Praxis: Regionen und Scopes auf einem Repeater konfigurieren

Nachdem die Grundlagen geklärt sind, geht es an die praktische Einrichtung. Die folgenden Befehle sind für die MeshCore-Repeater-Konsole vorgesehen und können direkt kopiert werden. Wichtig ist, dass die entsprechenden Administrationsrechte vorhanden sind und die Firmware die jeweilige Funktion unterstützt.

Bei bestehenden Repeatern sollte zuerst die vorhandene Konfiguration geprüft werden. Änderungen an den Regionen können die Weiterleitung und damit die Erreichbarkeit anderer Teilnehmer beeinflussen. Besonders bei entfernten oder schwer zugänglichen Stationen ist Vorsicht geboten.

11. Was ist die CLI, und wie öffnet man sie?

CLI steht für Command Line Interface, also Kommandozeile. Statt Einstellungen über Schalter und Menüs vorzunehmen, werden Textbefehle an die Firmware gesendet. Diese antwortet mit dem aktuellen Wert, einer Bestätigung oder einer Fehlermeldung.

Für MeshCore-Repeater gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten: die serielle Konsole über eine USB-Verbindung und die Fernadministration über eine unterstützte MeshCore-App. Bei der Fernadministration wird der Repeater als Kontakt geöffnet, die Administratoranmeldung durchgeführt und anschließend seine Kommandozeile aufgerufen.

Die Befehle werden also direkt an den Repeater gesendet. Sie gehören nicht in einen öffentlichen MeshCore-Kanal und sind auch keine gewöhnlichen Linux-Befehle für einen Raspberry Pi.

Wer lieber eine grafische Oberfläche verwenden möchte, findet außerdem den offiziellen MeshCore-Konfigurator unter https://config.meshcore.io/. Für dessen direkte USB-Verbindung wird ein kompatibler Browser mit Web-Serial-Unterstützung benötigt.

Die folgenden Beispiele beziehen sich auf die offiziellen Repeater-CLI-Befehle. Einzelne Funktionen wurden erst mit neueren Firmware-Versionen eingeführt, weshalb vor der Konfiguration die installierte Version geprüft werden sollte.

12. Firmware-Version und vorhandene Regionen auslesen

Zunächst wird die aktuelle Firmware-Version abgefragt:

ver

Anschließend lassen sich die vorhandenen Regionen anzeigen:

region

Die vollständige Ausgabe dieses Befehls ist auf älteren Firmware-Versionen nur über die serielle Konsole verfügbar. Deshalb ist es bei einer Fernadministration häufig sinnvoller, zunächst einzelne Regionen gezielt abzufragen.

Beispielsweise:

region get de-he

Eine mögliche Ausgabe lautet:

de-he (*) F

Hier ist de-he direkt unter dem Wurzeleintrag * eingeordnet. Das F zeigt, dass Flood für diese Region erlaubt ist.

Steht stattdessen:

de-he (de) F

dann befindet sich de-he innerhalb der gespeicherten Regionsstruktur unter de. Auch hier bedeutet F, dass Flood für de-he erlaubt ist. Daraus folgt allerdings keine automatische Freigabe von de.

Auf entsprechend unterstützten Firmware-Versionen können außerdem die erlaubten und abgelehnten Regionen über eigene Listenbefehle angezeigt werden. Laut offizieller CLI-Dokumentation sind diese Listenbefehle jedoch nur über die serielle Konsole verfügbar.

Erlaubte Regionen:

region list allowed

Abgelehnte Regionen:

region list denied

13. Eine Region für Hessen einrichten

Als einfaches Beispiel soll ein Repeater die Region de-he unterstützen. Falls diese Region noch nicht existiert, kann sie unter dem Wurzeleintrag angelegt werden:

region put de-he *

Dieser Befehl ist auch dann relevant, wenn eine vorhandene Region bewusst unter einen anderen Elterneintrag verschoben werden soll. Bei bereits eingerichteten Repeatern muss deshalb vorher geprüft werden, ob die bisherige Zuordnung erhalten bleiben soll.

Damit Flood für Hessen ausdrücklich erlaubt ist, kann anschließend folgender Befehl verwendet werden:

region allowf de-he

Die entsprechende Berechtigung lässt sich kontrollieren:

region get de-he

Wenn die Ausgabe die Region mit F anzeigt, ist die Flood-Freigabe gesetzt. Abschließend wird die Regionskonfiguration dauerhaft gespeichert:

region save

Neuere MeshCore-Firmware-Versionen erlauben Flood für mit region put neu angelegte Regionen bereits standardmäßig. Der zusätzliche Befehl region allowf dient in diesem Beispiel dazu, die gewünschte Berechtigung ausdrücklich festzulegen.

14. Nachrichten ohne Scope weiterhin erlauben

Damit ein Repeater auch ungescopte Flood-Pakete weiterleiten kann, wird der Eintrag * benötigt. Die entsprechende Freigabe lässt sich folgendermaßen setzen:

region allowf *

Anschließend:

region save

Wenn man die Weiterleitung ungescopter Flood-Pakete vollständig verhindern möchte, existiert folgender Gegenbefehl:

region denyf *

Dieser Befehl sollte nicht unüberlegt ausgeführt werden. Eine vollständige Sperre kann insbesondere dann problematisch sein, wenn Teilnehmer oder andere Stationen noch Flood-Pakete ohne Scope verwenden. Je nach Netzkonfiguration kann dies auch Auswirkungen auf das Auffinden unbekannter Direktverbindungen und auf Verwaltungsfunktionen haben.

Für viele Standorte ist es daher zunächst sinnvoller, die Null-Region freizugeben und eine begrenzte Hop-Anzahl zu verwenden.

15. Ungescopte Nachrichten auf wenige Hops begrenzen

Zunächst kann der aktuell eingestellte Wert abgefragt werden:

get flood.max.unscoped

Die offizielle MeshCore-Dokumentation nennt den Wert 3 als Beispiel für eine begrenzte Weiterleitung ungescopter Flood-Nachrichten. Er kann mit folgendem Befehl gesetzt werden:

set flood.max.unscoped 3

Anschließend wird kontrolliert, ob der neue Wert übernommen wurde:

get flood.max.unscoped

Diese Einstellung sorgt nicht dafür, dass sämtliche Nachrichten nach genau drei Repeatern anhalten. Sie betrifft speziell Flood-Pakete ohne Scope und berücksichtigt deren bisherige Hop-Anzahl. Für Pakete mit einem passenden Regions-Scope gelten weiterhin die übrigen Routing-Regeln und Hop-Grenzen.

Der Wert 3 ist eine mögliche Ausgangskonfiguration, keine allgemein vorgeschriebene Einstellung für Hessen. Bei wichtigen Verbindungsrepeatern sollte zunächst geprüft werden, wie sich die Begrenzung auf bestehende Verbindungen und die Erreichbarkeit auswirkt.

16. Eine Region erlauben oder ablehnen, ohne sie zu löschen

Angenommen, die Region de ist bereits auf einem Repeater eingetragen. Man möchte sie vorerst behalten, aber keine deutschlandweiten Flood-Nachrichten darüber weiterleiten. Dafür muss der Eintrag nicht gelöscht werden.

Die Weiterleitung lässt sich gezielt deaktivieren:

region denyf de

Soll sie später wieder erlaubt werden, lautet der Befehl:

region allowf de

Nach der gewünschten Änderung wird gespeichert:

region save

Auf diese Weise bleibt die Regionsstruktur erhalten. Lediglich die entsprechende Flood-Berechtigung wird angepasst. Das ist häufig einfacher und risikoärmer, als Regionen vollständig zu entfernen und später erneut anlegen zu müssen.

17. Die Standardregion des Repeaters auf de-he setzen

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Default Scope des Repeaters. Dieser legt fest, welchen Scope die Station für ihre eigenen ausgehenden Flood-Pakete verwendet, soweit kein anderer Scope vorgegeben wird.

Bei einem gewöhnlichen Repeater betrifft dies insbesondere seine eigenen Flood-Adverts. Mit diesen Bekanntmachungen macht sich die Station im Netz bekannt, sodass andere Geräte Informationen über sie erhalten und gegebenenfalls Übertragungswege lernen können.

Der aktuelle Default Scope wird folgendermaßen abgefragt:

region default

Um Hessen als Default Scope einzustellen, verwendet man:

region default de-he

Danach kann die Einstellung kontrolliert werden:

region default

Der Befehl steht seit MeshCore-Firmware 1.15.0 zur Verfügung. Nach Angaben des leitenden Firmware-Entwicklers wird die entsprechende Region bei Bedarf automatisch angelegt und die Änderung bereits durch den Befehl gespeichert.

Wichtig: Der Default Scope bestimmt nicht, welche fremden Nachrichten der Repeater weiterleitet. Dafür sind weiterhin die Regionsliste und die Flood-Berechtigungen verantwortlich.

Wird de-he als Default Scope verwendet, werden die eigenen entsprechenden Bekanntmachungen auf Repeater begrenzt, die diesen Scope unterstützen. Ein anderer Repeater, der ausschließlich de-ni kennt, trägt diese Bekanntmachungen nicht automatisch weiter.

Bei einem lokalen Hessen-Repeater kann de-he deshalb ein nachvollziehbarer Default Scope sein. Soll die Station allerdings auch in einem größeren Gebiet sichtbar werden und dort für bestimmte Funktionen erreichbar sein, muss geprüft werden, ob dieser Scope ausreichend ist.

18. Was ist die Home Region?

Neben dem Default Scope existiert noch eine weitere Einstellung namens Home Region. Sie sollte nicht mit dem Default Scope verwechselt werden.

Die Home Region bezeichnet die dem Repeater zugeordnete Heimatregion innerhalb seiner Regionskonfiguration. Sie lässt sich abfragen mit:

region home

Ist die Region bereits vorhanden, kann sie beispielsweise auf Hessen gesetzt werden:

region home de-he

Anschließend lässt sich der gespeicherte Wert kontrollieren:

region home

Die Home Region ist jedoch kein Ersatz für den Default Scope und keine allgemeine Freigabe der Flood-Weiterleitung. Aus der Einstellung allein entsteht keine zusätzliche Funkverbindung und auch keine automatische Weiterleitung anderer Regionspakete.

Für die praktische Konfiguration sollte man deshalb drei Dinge auseinanderhalten: Die Regionsliste legt fest, welche Scopes der Repeater für die Weiterleitung kennt. Die Flood-Berechtigungen bestimmen, welche davon weitergeleitet werden dürfen. Der Default Scope betrifft hingegen bestimmte eigene ausgehende Pakete der Station.

19. Weitere Regionen hinzufügen

Ein Repeater kann mehrere Regionen unterstützen. Das ist insbesondere an Standorten sinnvoll, an denen tatsächlich Verbindungen zwischen unterschiedlichen Gebieten entstehen.

Angenommen, Betreiber im Rhein-Main-Gebiet haben sich auf einen gemeinsamen Scope rhein-main verständigt. Dann könnte dieser zusätzlich eingerichtet werden:

region put rhein-main *

Anschließend die Freigabe:

region allowf rhein-main

Und abschließend speichern:

region save

Damit unterstützt der betreffende Repeater zusätzlich entsprechend gekennzeichnete Flood-Nachrichten. Er wird dadurch aber nicht automatisch zu einem Verbindungsrepeater für das gesamte Rhein-Main-Gebiet. Eine solche Verbindung entsteht nur, wenn auch geeignete Funkstrecken und weitere passend konfigurierte Stationen vorhanden sind.

Das Beispiel zeigt zugleich, warum eine regionale Abstimmung wichtig ist. Ein selbst erfundener Scope hilft wenig, wenn kein anderer Repeater dieselbe Region unterstützt.

20. Eine Region wieder löschen

Gelegentlich wird eine Region nicht mehr benötigt oder soll aus der gespeicherten Struktur entfernt werden. Dafür stellt MeshCore folgenden Befehl bereit:

region remove de

Beim Löschen kann jedoch die Fehlermeldung erscheinen:

Err - not empty

Diese Meldung bedeutet, dass die Region noch untergeordnete Einträge besitzt. MeshCore verhindert in diesem Fall das Entfernen des Elterneintrags, solange dessen Kinder noch vorhanden sind.

Angenommen, de-he ist unter de eingeordnet. Dann sollte zuerst geprüft werden, ob diese Zuordnung tatsächlich besteht:

region get de-he

Falls de-he erhalten bleiben soll, aber nicht mehr unter de eingeordnet sein soll, kann es direkt unter * verschoben werden:

region put de-he *

Danach wird die neue Zuordnung kontrolliert:

region get de-he

Erst wenn sämtliche anderen Unterregionen ebenfalls berücksichtigt wurden und de keine Kinder mehr besitzt, lässt sich der Eintrag entfernen:

region remove de

Zum Abschluss wird gespeichert:

region save

Diese Vorgehensweise ist nur dann angebracht, wenn die vorhandene Regionsstruktur tatsächlich geändert werden soll. Wer lediglich die deutschlandweite Flood-Weiterleitung verhindern möchte, kann stattdessen region denyf de verwenden und den Eintrag unverändert bestehen lassen.

21. Welche Konfiguration ist für Hessen sinnvoll?

Für Hessen sollte man zwischen einem örtlichen Repeater und einem überregionalen Verbindungsstandort unterscheiden. Ein Repeater innerhalb eines Wohngebiets, der hauptsächlich die lokale Kommunikation unterstützt, hat möglicherweise andere Anforderungen als eine Station auf einem erhöhten Standort mit Funkverbindungen in mehrere Landkreise oder Bundesländer.

Als einfaches Ausgangsbeispiel könnte ein lokaler Repeater die Null-Region * und die Region de-he unterstützen. Ungescopte Pakete würden weiterhin in begrenztem Umfang weitergeleitet, während Nachrichten mit dem Scope de-he die entsprechende regionale Freigabe erhalten. Der Default Scope der Station könnte ebenfalls de-he sein.

Eine solche Konfiguration lässt sich mit den folgenden Einstellungen beschreiben:

Einstellung Beispiel
* Flood erlaubt
de-he Flood erlaubt
Default Scope de-he
Home Region de-he, sofern gewünscht
Ungescopte Flood-Pakete Beispielsweise maximal 3 Hops
Weitere Regionen Nur bei nachvollziehbarem Bedarf

Diese Tabelle ist bewusst keine verbindliche Vorgabe. Gerade die Hop-Begrenzung und der Default Scope können an einem überregional wichtigen Standort andere Auswirkungen haben als bei einer rein örtlichen Station.

Wer mit einem Repeater tatsächlich Funkverbindungen nach Thüringen, Niedersachsen oder Nordrhein-Westfalen hat, sollte zunächst untersuchen, welche Scopes die benachbarten Stationen verwenden. Anschließend kann entschieden werden, ob zusätzliche Regionsfreigaben hilfreich sind.

Dabei genügt es nicht, möglichst viele Bundeslandkürzel einzutragen. Entscheidend ist, dass für die gewünschte Verbindung ein gemeinsamer Scope entlang des tatsächlichen Funkwegs verfügbar ist.

22. Welche Rolle könnten regionale Scopes in Mittelhessen spielen?

Mittelhessen umfasst unterschiedliche Landschaften, Städte und ländliche Gebiete. Ein Repeater in Gießen kann je nach Standort ganz andere Funkverbindungen erreichen als eine Station in einem Tal oder auf einer Anhöhe im Vogelsberg. Die Verwaltungseinheiten allein sagen deshalb noch wenig darüber aus, welche Regionsstruktur technisch sinnvoll wäre.

Für lokale Unterhaltungen könnten kleinere Scopes interessant sein, beispielsweise für zusammenhängende Gebiete rund um Gießen, Wetzlar oder Marburg. Ein überregionaler Scope könnte dagegen für eine größere Gruppe von Stationen gedacht sein, die mehrere dieser Gebiete miteinander verbinden.

Ob eine zusätzliche Region benötigt wird, sollte aber nicht allein anhand einer Landkarte entschieden werden. Wichtig sind die tatsächlich erreichbaren Repeater, die vorhandenen Funkwege und die Bereitschaft der Betreiber, gemeinsam abgestimmte Regionsnamen zu verwenden.

Auch die Zahl der Regionen sollte überschaubar bleiben. Wenn jedes Dorf und jeder Landkreis unabhängig eigene Bezeichnungen einführt, kann das schnell zu einer unübersichtlichen Konfiguration führen. Für die Nutzer wird dann immer schwieriger, den richtigen Scope für eine Nachricht auszuwählen.

Eine sinnvolle Regionsplanung muss deshalb zwei Anforderungen erfüllen: Sie sollte genügend Möglichkeiten für lokale Kommunikation bieten und gleichzeitig so verständlich bleiben, dass auch Einsteiger ihre Geräte ohne umfangreiche technische Kenntnisse verwenden können.

23. Was ist mit de-mitte und anderen großen Regionen?

Die Bezeichnung de-mitte wird in Teilen der deutschen MeshCore-Community für eine größere überregionale Zone verwendet. Welche Gebiete tatsächlich dazugehören und wie weit die entsprechenden Nachrichten übertragen werden sollen, muss jedoch gemeinsam abgestimmt werden.

Ein großes Gebiet kann Vorteile besitzen, weil es mehrere regionale Netze über einen gemeinsamen Scope verbindet. Gleichzeitig kann es den Funkverkehr erhöhen, weil deutlich mehr Repeater an der Weiterleitung beteiligt sind. Je dichter das Netz wächst, desto wichtiger wird eine sorgfältige Begrenzung unnötiger Übertragungen.

Daraus lässt sich keine pauschale Empfehlung ableiten, de-mitte grundsätzlich zu aktivieren oder grundsätzlich abzulehnen. Dasselbe gilt für de: Die Region kann für bestimmte überregionale Anwendungsfälle nützlich sein, muss deshalb aber nicht auf jedem einzelnen Repeater freigegeben werden.

Für MeshCore Hessen ist es sinnvoller, die vorhandenen regionalen Konzepte zunächst zu beobachten und gemeinsam mit anderen Betreibern Erfahrungen zu sammeln. Eine dauerhaft brauchbare Regionsstruktur sollte sich an der tatsächlichen Entwicklung des Netzes orientieren und nicht allein an theoretisch möglichst großen Reichweiten.

24. Häufige Fragen zu Regionen und Scopes

Kann mein Repeater mit de-he auch Nachrichten außerhalb Hessens weiterleiten?

Ja, grundsätzlich sind Verbindungen außerhalb Hessens möglich. de-he beschreibt lediglich eine bestimmte Regionsfreigabe für Flood-Pakete. Andere passend freigegebene Scopes oder bereits bekannte Direktverbindungen können zusätzliche Kommunikationswege ermöglichen. Die Region de-he allein stellt solche Verbindungen allerdings nicht her.

Muss ich de aktivieren, wenn ich deutschlandweit kommunizieren möchte?

Nicht grundsätzlich. Ein deutschlandweiter Flood benötigt einen passenden Scope und eine geeignete Folge von Repeatern, die diesen unterstützen. Für direkte Kommunikation können dagegen bekannte Übertragungswege genutzt werden. Es ist daher nicht notwendig, jeden Repeater pauschal für sämtliche deutschlandweiten Flood-Nachrichten freizugeben.

Reicht * aus, damit alle Regionen weitergeleitet werden?

Nein. Der Stern bezeichnet Pakete ohne Scope. Er ist kein allgemeiner Platzhalter für alle benannten Regionen. Nachrichten mit dem Scope de-he benötigen die passende Regionsfreigabe und werden nicht automatisch durch die Freigabe von * abgedeckt.

Kann ein Repeater mehrere Regionen gleichzeitig haben?

Ja. MeshCore unterstützt mehrere Regionsdefinitionen auf einem Repeater. Dadurch lassen sich beispielsweise lokale und größere gemeinsame Gebiete unterstützen. Jede zusätzlich erlaubte Region sollte jedoch einen nachvollziehbaren Zweck erfüllen, da sie weiteren Flood-Verkehr zulassen kann.

Was passiert, wenn ein Scope auf einem Repeater fehlt?

Ein entsprechend gekennzeichnetes Flood-Paket wird von diesem Repeater nicht für die betreffende Region weitergeleitet. Die Nachricht kann andere Funkwege nutzen, sofern solche existieren. Eine einzelne Station ohne passenden Scope kann jedoch eine ansonsten mögliche Verbindung unterbrechen, wenn sie der einzige geeignete Weiterleitungspunkt ist.

Müssen die Regionen auf allen Repeatern identisch sein?

Nein. Unterschiedliche Standorte können unterschiedliche Aufgaben erfüllen. Für einen bestimmten Regions-Flood müssen jedoch die benötigten Repeater entlang des Übertragungswegs den passenden Scope unterstützen. Deshalb ist eine Abstimmung zwischen benachbarten Betreibern wichtig.

Sind Regionen dasselbe wie private Kanäle?

Nein. Regionen begrenzen die Verbreitung von Flood-Paketen. Private Kanäle betreffen dagegen den Zugang zu den jeweiligen Kanalnachrichten über einen gemeinsamen geheimen Schlüssel. Die Verwendung eines Scopes sorgt nicht dafür, dass Nachrichten automatisch privat werden.

Warum gibt es keinen endgültigen Standard für ganz Hessen?

Weil sich das Funknetz noch entwickelt und die tatsächlichen Verbindungen von den vorhandenen Stationen abhängen. Eine sinnvolle Regionsstruktur sollte gemeinsam mit den Betreibern vor Ort entstehen. Dabei müssen auch die Konzepte benachbarter Regionen berücksichtigt werden.

Fazit: Regionen sollen die Kommunikation verbessern, nicht unnötig kompliziert machen

Regionen und Scopes gehören zu den wichtigsten Werkzeugen, um ein wachsendes MeshCore-Netz sinnvoll zu organisieren. Sie helfen dabei, unnötige Weiterleitungen zu reduzieren und Nachrichten gezielter in die Gebiete zu bringen, für die sie tatsächlich gedacht sind.

Dabei sollte man sich nicht ausschließlich an möglichst großen Regionsnamen orientieren. Ein landesweiter Scope kann für manche Anwendungen sinnvoll sein, während für lokale Unterhaltungen ein kleinerer Bereich ausreicht. Ebenso wichtig ist die Erkenntnis, dass Regionen und Scopes keine neuen Funkverbindungen erzeugen. Sie bestimmen lediglich, welche vorhandenen Stationen bestimmte Flood-Pakete weiterleiten dürfen.

Für Hessen sollte deshalb zunächst das Verständnis für diese Technik im Vordergrund stehen. Wer einen Repeater betreibt, muss wissen, was seine Regionsfreigaben bewirken, welche Pakete ohne Scope übertragen werden und welchen Einfluss die Hop-Begrenzung auf die Reichweite haben kann.

Eine gemeinsame Regionsstruktur wird sich sinnvollerweise mit dem Netz entwickeln. Dazu gehört auch der Austausch zwischen den Betreibern in Mittelhessen, Nordhessen, Südhessen und den angrenzenden Bundesländern. Ziel sollte eine möglichst zuverlässige Kommunikation sein, ohne den verfügbaren Funkkanal mit unnötigen Weiterleitungen zu belasten.

MeshCore Hessen möchte dabei vor allem Wissen vermitteln und die Zusammenarbeit unterstützen. Welche Regionen letztlich sinnvoll sind, sollte anhand realer Funkverbindungen, praktischer Erfahrungen und gemeinsamer Absprachen entschieden werden.


Quellen und weiterführende Informationen

Offizielle MeshCore-Dokumentation

https://docs.meshcore.io/cli_commands/

MeshCore-Entwicklerblog – Region Filtering

https://blog.meshcore.io/2026/01/20/region-filtering

MeshCore-Entwicklerblog – Default Scope Region

https://blog.meshcore.io/2026/04/17/default-scope

Offizieller MeshCore-Quellcode

https://github.com/meshcore-dev/MeshCore

Offizieller MeshCore-Konfigurator

https://config.meshcore.io/

Deutsches MeshCore-Wiki – Regionen

https://meshcore-de.fyi/meshcore:allgemeines:regions

Mesh Rheinland – Regionen und Scopes

https://www.meshrheinland.de/meshcore/regionen

Technischer Prüfstand: 26. Oktober 2026. Die beschriebenen CLI-Befehle basieren auf der offiziellen MeshCore-Dokumentation. Einzelne Funktionen hängen von der installierten Firmware-Version ab. Regionale Empfehlungen sind Beispiele und stellen keinen verbindlichen Standard für Hessen dar.